Gunda Brüske, Freiburg/Schweiz
„Wir machen vieles richtig,
doch wir machen’s uns nicht leicht.“
Von Anspruch, Wirkungen und Widrigkeiten liturgischer Bildung
Liturgische Bildung ist mehr als Wissen um Handlungsvollzüge und deren kompetente Realisierung, wie Romano Guardini in seiner gleichnamigen Schrift (1923) zeigt. Ihr Ziel ist nämlich dem Bild Christi als dem wahren Bild des Menschen immer ähnlicher zu werden. Bildung wird zum geistlichen Prozess in der Feier selbst, insofern der Sinn der Liturgie ist, dass die Seele vor Gott sei und hier ihr wahres und eigentliches Leben empfängt (Guardini 1918). Diese mit der Taufe beginnende Ein-Bildung in Christus ist ein ekklesialer Vorgang. Liturgisch gebildet kann deshalb niemals einer für sich allein sein. – Liturgische Bildung wurde auch in den letzten Jahrzehnten betrieben. „Wir machen vieles richtig, doch wir machen’s uns nicht leicht“ (H. Grönemeyer), so könnte man das Bemühen kennzeichnen. Der Erfolg ist unterschiedlich. Der Beitrag sucht nach den Gründen dafür, denn gerade durch die hohe theologische Zielsetzung erscheint liturgische Bildung mehr denn je als unverzichtbare pastorale Aufgabe.