Stephan Winter, Osnabrück

„Gott – der Film“

Gedankensplitter zum Einsatz eines Populärmediums in der liturgischen Bildung

Die Liturgietheologie lernt seit einiger Zeit, das Moment der Intertextualität stärker in ihre Überlegungen einzubeziehen. Für eine kontextuell sensible Theologie muss auch ein Populärmedium wie der Film bedeutsam sein. Von daher tut liturgische Bildungsarbeit gut daran, sich durchaus offensiv mit dem religiösen Potential z.B. von Filmen auseinanderzusetzen, wobei sie nicht unkritisch oder allzu blauäugig agieren sollte. Das gilt schon deshalb, weil es zwar in unserem gesellschaftlichen Kontext ohne Zweifel die Präsenz des Religiösen u.a. im Kinofilm gibt. Doch KinobesucherInnen erwarten von einem Film nicht unbedingt, dass er spirituell sein oder sich mit moralischen bzw. philosophischen Fragen abgeben soll. Und außerdem zeugen religiöse Elemente von populären Filmen oft eher von einem Interesse am „unbestimmten Besonderen“, an vagen Transzendenzerwartungen und oft diffusen Heilshoffnungen. Insofern fordert der Einsatz von Filmen seitens der Akteure liturgischer Bildung eine kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit diesem Medium.