Die in der Offenbarungskonstitution des II. Vatianischen Konzils geprägte Wendung vom „Tisch des Wortes“ (Dei verbum Art. 21) hat den Stellenwert der biblischen Verkündigung in der Liturgie und insgesamt die Bedeutung des Wortgottesdienstes neu bewusst gemacht. Auf der Grundlage der diesbezüglichen Äußerungen des Konzils wird über die Bedeutung der Bibel als Wort Gottes in der Liturgie und den Sinngehalt dieser theologischen Aussage nachgedacht. Schwerpunktmäßig wird dabei der darin implizierte sakramentale Charakter näher entfaltet. Daraus ergeben sich Überlegungen zum Verständnis der liturgischen Verkündigung als „Dienst am Wort“ und zu jenen liturgie-bezogenen Elementen, welche die Bedeutung des Wortes Gottes verstärken können (wie Leseordnung, Kirchengesang und Revision der Bibelübersetzung). Der Beitrag schließt mit acht thesenartigen Folgerungen für die konkrete Feier des Wortgottesdienstes auf der Grundlage der Konzilstheologie.