Erst wenn voll bewusst wird, dass Bibel und Liturgie in ihrem Werden engstens verschränkt und somit voneinander in ihrem Ursprung abhängig sind, wird klar, dass die Liturgie insgesamt durch und durch biblisch geprägt ist, und es wird das hohe Gewicht ermessbar, das das Zweite Vatikanische Konzil der Heiligen Schrift im Gottesdienst zuweist. Das hat unmittelbare Konsequenzen für die liturgische Bildung: sie muss immer zugleich auch biblische Bildung sein – ein leider schwerwiegendes inhaltliches Defizit in vielen Feldern liturgischer Bildung. Darauf muss neu aufmerksam gemacht werden. Den Vätern der Liturgischen Bewegung war die „bibel-liturgische Symbiotik“ von Anfang an klar, worauf nicht nur die Tatsache hinweist, dass eine der ältesten liturgischen Fachzeitschriften seit 1926 „Bibel und Liturgie“ heißt, sondern dass es neben der Liturgischen Bewegung ja längst auch eine Bibelbewegung gab.