Wort zu diesem Heft

Die Theologische Fakultät der Universität Freiburg/Schweiz ehrte den angesehenen Liturgiewissenschaftler P. Angelus Albert Häußling OSB, Mönch von Maria Laach, am 15.11.2000 mit der Verleihung des "Doctor honoris causa". Martin Klöckener, Professor für Liturgiewissenschaft in Freiburg, zeichnet das wissenschaftliche Wirken des Geehrten nach.

Die Beiträge in diesem Heft beschäftigen sich mit dem wichtigen Thema "Liturgie und Ökumene". Im Bereich der Liturgie sowie der Liturgiewissenschaft hat sich bekanntlich seit dem II. Vatikanischen Konzil eine erstaunliche Annäherung der christlichen Konfessionen vollzogen.

Andererseits bleiben manche offene Fragen, die noch immer nicht restlos geklärt sind, wie z. B. die – nicht nur für die Reformationszeit zentrale – Frage nach dem Messopfer. Im ersten Beitrag legt Robert Wentz, Redaktionsmitglied unserer Zeitschrift, einen Lösungsansatz zum Verständnis umstrittener Darbringungsaussagen in den Hochgebeten vor. Ein erneuertes Anamneseverständnis dient dabei als Grundlage für eine ökumenische Verständigung.

Die Praxis ökumenischer Gottesdienste untersucht kritisch der ev.-reformierte Pfarrer Alfred Ehrensperger in seinem Artikel "Was ist ein ökumenischer Gottesdienst?". Neben Beobachtungen zur bisherigen Praxis stellt der Autor grundätzliche Überlegungen zur konfessionsspezifischen Dimension ökumenischer Gottesdienste an und zeigt praktische Möglichkeiten für ökumenische Feiern auf.

Der zunehmend brisanten Frage über den Sinn einer Nachahmung des jüdischen Seder Pesach durch christliche Gruppen geht Clemens Leonhard, Assistent am Institut für Liturgiewissenschaft an der Universität Wien, nach. In seinem Beitrag "Pesachfeier in christlichen Gruppen" distanziert er sich von einer vorschnellen Ablehnung solcher Feiern und stellt kritische Anfragen an Praxis und Theorie des christlichen Osterfestes.

Erstmals liegt nun auch in deutscher Sprache die älteste armenische Anaphora vor. Erich Renhart, Assistent am Institut für Liturgiewissenschaft, Christliche Kunst und Hymnologie in Graz und Redaktionsmitglied unserer Zeitschrift, hat den Text aus der armenischen Vorlage übersetzt.

Das V. Passauer Symposion befasste sich heuer mit der Thematik "Liturgie und Ökumene". Hans Bauernfeind, Assistent am Institut für Liturgiewissenschaft in Passau, berichtet über den Ablauf und die Referate auf diesem Symposion.

Nach dem Erscheinen des Evangelischen Gottesdienstbuches (vgl. HlD 1 [2000] 63–77) liegt nun auch das neue evangelisch-reformierte Liturgiebuch vor. Alfred Ehrensperger stellt es unserer Leserschaft in einer ausführlichen Rezension vor.

Abschließend sei noch auf die Besprechung des Lemberger Evangeliars durch Erich Renhart sowie des in der Reihe "Sophia" erschienenen und von Andreas Heinz verfassten Buches zu den Festen und Feiern der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien durch Dietmar W. Winkler, Graz, aufmerksam gemacht.

Ebenso soll an dieser Stelle auf den ersten Band der neuen Reihe "Liturgica Oenipontana" hingewiesen werden, mit dem der frühere Innsbrucker Liturgiewissenschaftler P. Hans Bernhard Meyer SJ zu seinem 75. Geburtstag geehrt wurde. Der Band enthält eine Sammlung seiner Aufsätze "Zur Theologie und Spiritualität des christlichen Gottesdienstes".

Die Schriftleitung