Wort zu diesem Heft

Grenzerfahrungen angesichts des Todes sind oft auch eine persönliche Herausforderung für das Glaubensleben der Christen. Dieses Heft ist dem Thema "Liturgie und Pastoral im Umfeld von Sterben und Tod" gewidmet. Die folgenden Beiträge beleuchten einige wichtige Aspekte dieser Thematik und führen in das breite Feld liturgischen und pastoralen Handelns ein.

Wie christliche Totenfürsorge in einer nachchristlich geprägten Gesellschaft gestaltet sein könnte, erläutert Klemens Richter, Professor für Liturgiewissenschaft in Münster, in seinem Beitrag "Die Liturgie angesichts des Todes in nachchristlicher Zeit". Auf dem Hintergrund einer sich verändernden Praxis im Umgang mit Tod und Trauer ist die christliche Gemeinschaft aufgefordert, bestimmten gegenwärtigen Trends gegenzusteuern; liturgische Feiern können dabei eine wertvolle Hilfe anbieten.

Die kirchliche Begräbnisfeier, das offizielle liturgische Buch für die katholischen Bistümer des deutschen Sprachgebietes, wird derzeit überarbeitet, um den geänderten Rahmenbedingungen besser entsprechen zu können. Winfried Haunerland, Professor für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie in Linz, geht in seinem Beitrag zur kirchlichen Begräbnisfeier auf aktuelle Herausforderungen für dieses liturgische Buch ein. Ausgehend von der z. T. schwierigen ersten nachkonziliaren Bearbeitung des römischen Modellbuchs in deutscher Sprache, schildert Haunerland die nicht minder großen Schwierigkeiten bei der derzeitigen Überarbeitung, zumal sich auch die gesellschaftliche Situation seither grundlegend verändert hat. In diesem Kontext wirft der Autor auch einen kritischen Blick auf die vor kurzem erschienene Studienausgabe für die Begräbnisfeier in der Erzdiözese Wien.

Für die eben genannte "Studienausgabe für die Begräbnisfeier in der Erzdiözese Wien mit besonderer Berücksichtigung der Gegebenheiten in der Großstadt", welche 1999 vom Pastoralamt der Erzdiözese Wien herausgegeben wurde, war der Leiter des Referates für den Einsegnungsdienst in Wien, Msgr. Karl Wagner, federführend in der Erstellung dieser Studienausgabe tätig. In seinem Artikel "Versuch einer zeitgemäßen Begräbnisliturgie" erläutert Wagner Anlass und Beweggründe für die Erarbeitung eines eigenen Begräbnisrituale für die Erzdiözese Wien. Nachdem Wagner – nach seiner Sicht – mangelnde bzw. in unserer Zeit missverständlich gewordene Formulierungen aus dem offiziellen Begräbnisrituale anführt, bringt er in einem weiteren Schritt zahlreiche Beispiele aus der neu erarbeiteten Studienausgabe für die Begräbnisfeier und vermittelt so einen ersten Einblick in dieses Buch.

Die existenzielle Bedrohung, welche oft im Umfeld von Sterben, Tod und Trauer erfahren wird, ist auch für das pastorale Handeln der Kirche eine besondere Herausforderung. Am Lehrstuhl für Pastoraltheologie der Universität Regensburg wird seit 1997 ein Projekt zur Trauerforschung und Trauerbegleitung angeboten, welches sich aus wissenschaftlicher Perspektive mit Tod und Trauer befasst. Wolfgang Holzschuh, der diesem Projekt als Dozent angehört, stellt in seinem Beitrag "Fortbildungskonzept ‚Trauerbegleitung‘ für Pastoralberufe" Aufgaben und Ziele dieses Projektes vor.

Am Institut für Praktische Theologie der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck wurde ebenfalls vor kurzem zur selben Thematik ein zweisemestriges Seminar angeboten, von dem Thomas Böhm, Assistent an diesem Institut, einen Kurzbericht gibt.

Konrad Baumgartner, Professor für Pastoraltheologie in Regensburg, legt in seinem Beitrag "Dass wir den Übergang bestehen" die Begleitung von Trauernden in pastoraler Sicht dar. Besondere Berücksichtigung kommt dabei der Situation von Trauernden sowie dem christlichen Glauben als wesentliches Moment bei der Bewältigung der Trauer zu. Baumgartner plädiert für eine Pastoral des Trostes, die Liturgie und Verkündigung mit umfasst und in der Begleitung von Trauernden ihre diakonische Aufgabe wahrnimmt.

Eine besondere Form der diakonischen Begleitung von Menschen ist die Sterbebegleitung. Petra Hillinger, Journalistin und ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Hospiz-Bewegung, gibt in ihren "Gedanken zur Sterbebegleitung" ein sehr persönliches und zum Nachdenken anregendes Zeugnis gelebten Christseins.

Der Umgang mit Tod und Trauer und die individuelle Betroffenheit hängen meist auch davon ab, wie nahe man jenem Menschen stand, um dessen Verlust man trauert. Das gilt wohl besonders für Eltern, die über den Tod ihres Kindes trauern. Christine Fleck-Bohaumilitzky, Theologin, Pädagogin und Germanistin, ist 2. Vorsitzende des Bundesvereins Verwaiste Eltern in Deutschland e. V. und gibt u. a. einen interessanten Einblick in ihre Arbeit mit verwaisten Eltern.

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