Wort zu diesem Heft

Die Einführung in die christliche Glaubenspraxis wird – nicht zuletzt durch die rasanten soziokulturellen Veränderungen – immer mehr zur (Über-)Lebensfrage für die Zukunft der Kirche. Der Prozess des Christwerdens setzt voraus, dass entsprechende Gemeinden vorhanden sind, in denen christliche Glaubenspraxis konkret gelebt und erfahren wird. Auf diese unverzichtbare Bedingung weist Paul Weß in seinen pastoraltheologischen Überlegungen zum "wechselseitigen Zusammenhang von Initiation und Gemeinde" hin.

Für die liturgische Begleitung bei der Eingliederung von Erwachsenen in die Kirche liegt seit einem Jahr ein neues Feierbuch als Manuskriptausgabe zur Erprobung vor. Matthias Ball stellt in seinem Beitrag "Die Feier der Eingliederung Erwachsener" das neue Buch ausführlich vor und gibt Einblicke in die Arbeit der Redaktionsgruppe.

Die liturgischen Feiern des Katechumenates, wie sie in den nachkonziliaren Reformen wiederbelebt wurden, sind für die Eingliederung Erwachsener vorgesehen und bleiben daher den als Säuglingen Getauften verschlossen. Andererseits erstreckt sich der Initiationsprozess der als Kleinkinder Getauften meist auf 10–15 Jahre und findet seinen Abschluss in der feierlichen Erstkommunion – bzw. bei uns (meist) mit der Firmung. Michael Max geht in seinem Aufsatz "Die Liturgie des Katechumenates" der Frage nach, ob und wie gewisse Elemente der Katechumenatsriten für die Vorbereitung auf Firmung und Erstkommunion fruchtbar gemacht werden könnten.

Im Zentrum der weiteren Beiträge steht die komplexe Thematik der Firmung und deren besondere Stellung innerhalb der Initiation.

Anhand liturgischer Quellentexte zeigt Gabriele Max in ihrem Beitrag "Die Firmung: ein Sakrament mit vielen offenen Fragen" aus liturgietheologischer Sicht auf, wie es zu den oft widersprüchlichen Deutungsversuchen hinsichtlich des Wesens des Firmsakraments gekommen ist.

Die liturgische Ausgestaltung der Feier der Firmung ist im Vergleich zur Taufliturgie sehr knapp gehalten. Manfred Probst stellt daher in seinem Artikel einen Vorschlag zur Diskussion, mit dem er die Liturgie der Firmung anreichern will. In Anlehnung an den feierlichen Lobpreis Gottes über dem Wasser in der Taufe schlägt Probst ein entsprechend adaptiertes anamnetisch-epikletisches Gebet für den Chrisam vor.

Aus systematischer Sicht geht Manfred Hauke auf "das spezifische Profil der Firmung zwischen Taufe und Eucharistie" ein. Dabei weist er auf die jeweiligen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Initiationssakramenten hin und stellt komplementäre Auffassungen in Ost und West vor.

Die Frage des Firmalters, aber auch bestimmte "Experimente" in der Firmvorbereitung sind immer wieder Anlass für Konflikte in den Gemeinden. Hans Feichtinger nimmt aus kanonistischer Sicht zur Sakramentenpastoral Stellung und erinnert in seinem Grundsatzartikel auf das "Recht auf Firmung".

Die Schriftleitung