Wort zu diesem Heft Am 19.9.2002 verstarb der bekannte Liturgiewissenschafter Theodor Maas-Ewerd. Unser Redaktionsmitglied Andreas Redtenbacher erinnert in seinem Nachruf an wichtige Stationen im Leben des Verstorbenen. Thema dieses Heftes ist die – in einem sehr weiten Sinn verstandene – sprachliche Gestalt des Gottesdienstes. Im Rahmen der Kontaktsitzung der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Liturgischen Kommissionen im deutschen Sprachgebiet am 23.1.2002 in Luxemburg fand ein Studientag zum Thema "Sprache und Sprechen im Gottesdienst" statt. Das an diesem Studientag gehaltene Doppelreferat liegt in diesem Heft nun in schriftlicher Form vor: Albrecht Greule, Professor am Institut für deutsche Sprachwissenschaft der Universität Regensburg, erläutert in seinem Referat "Die liturgischen Text- und Redesorten" die sprachwissenschaftlichen Voraussetzungen, die es bei liturgischen Text- und Redesorten zu beachten gilt, und leitet davon entsprechende Forderungen für eine den unterschiedlichen Textsorten angemessene sprecherische Gestaltung ab. In seinem Koreferat "Sprachkultivierung und Gottesdienst" geht Winfried Haunerland, Professor für Liturgiewissenschaft in Würzburg, auf praktische Aspekte im Zusammenhang liturgischer Textsorten ein. Dabei kommen neben einer liturgischen Qualitätssicherung auch der ars celebrandi und der Sprachkultur sowie der Inszenierung liturgischer Texte eine wichtige Rolle zu. Abschließend folgen noch Überlegungen zur Aus- und Fortbildung für den Lektorendienst, aber auch für alle, die Gottesdienste leiten. Die weiteren Beiträge in diesem Heft behandeln ebenfalls sprachliche Ausdrucksformen des Gottesdienstes: Franz Karl Praßl, Professor am Institut für Kirchenmusik und Orgel an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz, zeigt anhand von Notationsbeispielen gregorianischer Gesänge auf, wie "Verkündigung im Gesang" vollzogen werden kann. Nicht nur aus historischer Sicht sehr interessant und lesenswert ist der Beitrag über den Dienst des "Lektors" in der Benediktusregel von Sr. Michaela Puzicha OSB, Leiterin des Instituts für Benediktinische Studien in Salzburg. Puzicha betont, dass alle Weisungen der Benediktusregel darauf ausgerichtet sind, dass "der Vorleser selber unter dem Wort steht, das er verkündigt und ganz hinter es zurücktritt". Auf den Sinn der Kantillation geht Rudolf Pacik, Professor für Liturgiewissenschaft in Innsbruck und Redaktionsmitglied unserer Zeitschrift, in seinem Beitrag "Die Kantillation – gehobene Vortragsweise des Wortes" näher ein und erläutert Möglichkeiten und Grenzen der Anwendbarkeit dieser Vortragsform im Gottesdienst. Lilo Bellotto, Moderatorin bei Radio Stephansdom in Wien, bringt Gedanken zum wechselseitigen Verhältnis von Sprache und Musik. Nicht das Wort, sondern der Geist hinter dem Wort sei für das Verständnis wirklich ausschlaggebend. Der Dimension des Klanges und der Akustik in Kirchenräumen spürt Bernard Fort, Komponist und Professor für elektronische Musik an der École de Musique in Villeurbanne, nach. Sein auf dem internationalen Kongress von Universa-Laus in Valpré/Lyon (19.–23.8.2002) gehaltener Vortrag wird hier gekürzt in deutscher Fassung publiziert. Vom Sinn sprecherischer Inszenierung biblischer Texte im Gottesdienst handelt der Beitrag von Regina Bäumer, Sprecherzieherin an der Philosophisch-theologischen Hochschule in Münster. Sie gibt darin wertvolle Hinweise, wie das "Wort Gottes zum Klingen" gebracht werden kann. Die Schriftleitung
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