Wort zu diesem Heft

Im 87. Lebensjahr starb am 28. April 2003 Erzabt Franz Bachler OSB, Alterzabt von St. Peter in Salzburg. P. Winfried Bachler OSB, Ordensbruder und zugleich entfernter Verwandter von Erzabt Franz, gibt in seinem Nachruf interessante Einblicke in das segensreiche Leben und Wirken des Verstorbenen.

Ebenfalls im April dieses Jahres verstarb Anton Pomella, langjähriger Mitarbeiter und zeitweise kommissarischer Leiter des Liturgischen Instituts der deutschprachigen Schweiz. Rudolf Pacik zeichnet wichtige Stationen im Leben des Verstorbenen nach und würdigt dessen Verdienste, nicht zuletzt im kirchenmusikalischen Bereich.

Gottesdienstliches Feiern vollzieht sich stets im Spannungsbogen zwischen Bewahren und Erneuern, zwischen Tradition und "aggiornamento", also dem "Heutigwerden" bzw. der Aktualisierung des Sinngehaltes der Liturgie für die jeweilige Feiergemeinde. Der sprachlichen Gestalt überlieferter Gebetstexte kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Franz Kohlschein, emeritierter Professor für Liturgiewissenschaft in Bamberg, geht in seinem Beitrag der Frage nach, wie man trotz veränderter Sprache mit alten Gebetstexten sinnvoll umgehen kann.

Die liturgische Tradition kann eigentlich nur dann lebendig bleiben, wenn sie sich der Erneuerung nicht verschließt. Das II. Vatikanische Konzil hat dies gerade in der Liturgiereform eindrucksvoll bezeugt. Andreas Heinz, Professor für Liturgiewissenschaft in Trier, schildert in seinem Artikel "Vor 40 Jahren – Aufbruch in und mit der Liturgie" die Bedeutung der Liturgiereform für den Auf-Bruch in der Kirche insgesamt.

Im Spannungsbogen zwischen Bewahren und Erneuerung liegt besonders auch die Kirchenmusik mit ihrer reichen Tradition. Welche Konsequenzen das erneuerte Liturgieverständnis für die Kirchenmusik bzw. für Kirchenchöre hat, legt † Anton Pomella in seinem Beitrag "Kirchenmusik als Liturgiereform" dar.

Auf die untrennbare Verbindung von Kirche und Eucharistie weist Lothar Lies SJ, Professor für Ökumene und dogmatische Sakramententheologie in Innsbruck, hin. Ausgehend von den vier Merkmalen der Kirche (Einheit, Heiligkeit, Apostolizität und Katholizität) sieht er Parallelen in den vier Sinnelementen der Eucharistie – in Anlehnung an die Sinnstruktur des alttestamentlichen Segensgebetes (Berakah): Anamnese, Epiklese, Koinonia und Prosphora.

Aspekte der Vielfalt des Gottesdienstes zeigt Gregor Predel in seinem gleichnamigen Artikel auf. Ausgehend von theologischen und anthropologischen Überlegungen formuliert der Verfasser Folgerungen für die konkrete Gestalt der Liturgie.

Die Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen den Kirchen und den Sendeanstalten für Hörfunk und Fernsehen in Österreich zeichnet Professor Michael Weinmann, langjähriger Regisseur und Redakteur in der Hauptabteilung Religion beim ORF, nach. In seinem Beitrag "Gottesdienst-Übertragungen in Hörfunk und Fernsehen in Österreich" berichtet Weinmann auch von seinen Erfahrungen bei der Planung und Durchführung von Gottesdienst-Übertragungen im Fernsehen.

Abschließend sei noch auf die neue Rubrik "Notizen aus Liturgie und Liturgiewissenschaft" hingewiesen. Andreas Redtenbacher, Redaktionsmitglied unserer Zeitschrift, wird in regelmäßiger Folge Aktuelles aus diesen Bereichen für unsere Leserinnen und Leser zusammenfassen.

Die Schriftleitung