Wort zu diesem Heft
Anlässlich
des ersten Jahrestages des Todes von Kardinal Franz König (†
13. März 2004) wird in diesem Heft ein Beitrag von Wolfgang Moser abgedruckt,
der Kardinal König als bischöflichen Vorsteher liturgischer Feiern beschreibt.
Moser berichtet aus seinen persönlichen Erfahrungen, als er in der Funktion des
Zeremoniärs den Kardinal während seiner letzten sechs Jahre begleitete.
Die
Liturgische Kommission für Österreich (LKÖ) lud am 11./12. Oktober 2004 zu
ihrem traditionellen Symposion zu liturgischen Fragen, das diesmal dem Thema der
Umkehr und Versöhnung gewidmet war.
Nach
Begrüßung und Eröffnungsworten von Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari legte
Thomas Söding, Professor für Biblische Theologie am Katholisch-Theologischen
Seminar der Bergischen Universität in Wuppertal, das biblische Fundament für
die nachfolgenden Gespräche und Überlegungen. In seinem Vortrag geht er den
biblischen Grundlagen von Umkehr und Versöhnung nach und zeigt Konsequenzen für
die heutige Umkehr- und Versöhnungspraxis auf.
Aus
römisch-katholischer und ökumenischer Perspektive beleuchtet Bertram
Stubenrauch, Professor für Dogmatische Theologie der Kath.-Theologischen Fakultät
der Universität Wien, die Feier der Versöhnung. Dabei erläutert er nicht nur
lehramtliche Positionen und konfessionell strittige Fragen, sondern weist auch
auf Wege zur Erneuerung hin, die sich aus den jeweiligen Traditionssträngen
sinnvollerweise anbieten.
Ein
weiteres Referat, das vergessene Gestalten der Feier der Versöhnung aufzeigte
und auf diese Weise das kritische Potential der Bußgeschichte bewusst werden
ließ, hielt Reinhard Meßner, Professor für Liturgiewissenschaft an der
Kath.-Theologischen Fakultät in Innsbruck. Die Schriftleitung bedauert es, dass
dieser Beitrag zur Zeit der Drucklegung noch nicht vorlag, obwohl der reguläre
Erscheinungstermin dieses Heft mehrmals verschoben werden musste. Es ist
beabsichtigt, diesen Beitrag in einem späteren Heft zu publizieren.
Das
Phänomen des Verdrängens, der Trauerarbeit und der Versöhnung untersucht
Lorenz Wachinger, Theologe und Psychotherapeut in München, aus
psychotherapeutischer Sicht. Dabei setzt er sich für ein differenziertes
Herangehen und Umgehen mit Erfahrungen des Schuldig-geworden-seins ein.
Mit
aktuellen liturgischen Feierformen im Umfeld von Umkehr und Versöhnung beschäftigt
sich Ewald Volgger, Professor für Liturgiewissenschaft an der
Kath.-Theologischen Privatuniversität in Linz. Neben einer kritischen
Bestandsaufnahme der drei sakramentalen Formen des Bußsakramentes, schildert
Volgger die Herausforderungen, die sich an eine erneuerte Umkehr- und Versöhnungspraxis
stellen, um abschließend eine als Gemeindeliturgie gestaltete Bußfeier
vorzustellen.
In
sechs Gesprächskreisen hatten die Teilnehmenden am Symposion Gelegenheit zum
Erfahrungsausstausch und zur Vertiefung in das Tagungsthema. Aus zwei Gesprächskreisen
werden in diesem Heft Kurzberichte veröffentlicht.
Die Schriftleitung
