Fachtagung: DIE LITURGIESPRACHE - Ein Komplex von Herausforderungen
Die Sprache der Liturgie ist seit der Liturgiereform ein Dauerbrenner.
Ging es nach dem Zweiten Vaticanum vorrangig darum, den Wechsel vom Lateinischen in die Volkssprachen zu vollziehen und überhaupt erst ein angemessenes Idiom zu finden, geraten heute andere Anforderungen ins
Bewusstsein.
Die Herausforderungen, vor denen die Liturgiesprache
heute steht, sind vielfältig:
Regelmäßig wurde etwa in den Rückmeldungen beim weltweiten
Synodalen Prozess angesprochen, dass für viele die
Sprache im Gottesdienst kaum noch verständlich sei und
sie die Menschen nicht mehr erreiche. Doch die Vorstellungen
reichen hier weit auseinander und sind kaum unter einen
Nenner zu bringen.
Auf der anderen Seite existiert auch innerhalb der Liturgiewissenschaft
mittlerweile eine Vielfalt an Ansätzen, was
Liturgiesprache sei, welche Funktionen sie erfülle und welchen
Stellenwert sie im Gottesdienst einnehme. Laufende
Revisionsvorhaben zum Messbuch und Benediktionale
versuchen, auf die Zukunft hin zu tragfähigen Lösungen zu
kommen.
Schließlich gelangen Anliegen und Bedürfnisse von Getauften
in den Vordergrund, die früher höchstens als periphere
Phänomene wahrgenommen wurden: In der Kategorialen
Pastoral ist die Liturgiesprache gefordert, bei Menschen in
Demenz, mit Behinderung(en) oder mit Lernschwierigkeiten
Wege zu finden, die tätige Teilnahme zu fördern oder überhaupt
erst zu ermöglichen.
Ziel der Tagung
Die Tagung widmet sich der breiten und in sich komplexen
Thematik der Liturgiesprache in interdisziplinärer und ökumenischer
Weite sowie mit pastoralliturgischem Grundanliegen.
Die Vorträge sind in thematische Panels gruppiert, welche
als komplementäre Zugänge die gegenwärtigen Herausforderungen
fokussieren. So verschränken sich fundamental-
und pastoralliturgische Perspektiven mit musikalischer,
sprachwissenschaftlicher und journalistischer Expertise.
Im liturgiewissenschaftlichen Fachgespräch möchte die Tagung
angesichts multipler Baustellen im Bereich der Liturgiesprache
die aktuellen Herausforderungen identifizieren,
systematisieren und den Diskurs intensivieren.
