Die Frage nach einer Feier christlicher Gottesdienste in Israels Gegenwart ist eine Grundfrage für jede christliche Liturgie und bietet reiches Potenzial für liturgische Entdeckungen. Der Beitrag fragt nach einer liturgischen Haltung, die christlichen Gottesdienst als ein Einstimmen in das Lob des Gottes Israels versteht. Am Beispiel der Psalmen, der Verwendung des Begriffs „Volk“ (Gottes), der Lesungen aus dem Alten / Ersten Testament, des Abendmahls und des Segens zeigt der Beitrag an einzelnen Aspekten der Liturgie, was diese Haltung konkret bedeutet. Gerahmt werden die Überlegungen durch einen Hinweis auf die biblische Kontur der vor genau 500 Jahren vorgelegten „Deutschen Messe“ Martin Luthers und auf den in der Offenbarung des Johannes geschilderten himmlischen Gottesdienst, bei dem die Ältesten Israels und die Repräsentanten der Kirche im Gotteslob vereint erscheinen.
Prof. Dr. Alexander Deeg
lehrt Praktische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig. Er ist Vorsitzender des Liturgischen Ausschusses der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland und leitet das Liturgiewissenschaftliche Institut der VELKD. Er ist derzeit Vorsitzender des Vereins „Studium in Israel e. V.“.